Station 4: Altar und Altarkreuz
Sie haben sich dem Altar genähert, mit der aufgeschlagenen Bibel in der Mitte. Dahinter steht ein Kreuz. Albert Schilling hat es in den 50ziger Jahren des letzten Jahrhunderts geschaffen und seit der Wiedereröffnung der Kirche zum Erlöser im Jahr 1956 steht es an dieser Stelle.
Durchaus ungewöhnlich für eine evangelische Kirche ist die Tatsache, dass wir an diesem Kreuz auch einen Körper sehen.
Noch ganz von den Eindrücken der schrecklichen Ereignisse des 2. Weltkriegs geprägt, verkörpert der vom Schweizer Künstler geschaffene gekreuzigte Christus die Solidarität mit allen Leidtragenden.
Und noch eine weitere Besonderheit zeichnet dieses Kreuz mit dem Körper aus: Der Körper Christi hängt nicht mehr mit Nägeln an dem Balken. Seine Hände sind frei und die Arme weit geöffnet, als würden sie in die Welt hinausreichen.
So verbindet, ja verwandelt sich hier in eindrücklichster Art und Weise der Gekreuzigte, dem kein menschliches Leid fremd ist, in den auferstandenen Christus, der zum Segnenden Christus für diese Welt wird.
Der Segen Gottes – Gottes Liebe und Ja zu uns und zu gelingendem Leben für alle – kann uns so oft begegnen:
Am Ende eines Gottesdienstes. In wichtigen Lebensmomenten, der Taufe, der Konfirmation, der Hochzeit oder auch am Krankenbett. In kleinen Gesten, wenn Eltern ihre Kinder abends segnen oder jemand ein Kreuzzeichen auf die Stirn macht. In der Natur, wenn wir staunen über das Leben, das Gott uns schenkt. In anderen Menschen, die uns Gutes tun und uns mit Liebe begegnen – durch die uns Gott segnet.
Denn Gott spricht: ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.
Wo haben sie Gottes Segen zuletzt in ihrem Leben gespürt?
Wann haben Sie zuletzt Gottes Segen weitergegeben?
Wann waren Sie zuletzt ein Segen für andere?
