Veränderung als Motor und Essenz des Lebens – Einführung von Pfarrerin Katharina Süsterhenn in Konz

Konz – Alles neu! Neujahrsempfang und Gottesdienst mit Einführung von Katharina Süsterhenn, so stand es als Überschrift über dem festlichen Gottesdienst am Sonntag, 1. Februar 2026, zu dem zahlreiche Besucherinnen und Besucher in die Evangelische Kirche in Konz gekommen waren.

„Nein, Sie sind nicht im falschen Film“, betonte Superintendent Dr. Jörg Weber dann auch mit einem Augenzwinkern – denn auch, wenn in diesem Gottesdienst Pfarrerin Katharina Süsterhenn tatsächlich offiziell als Pfarrerin der Kirchengemeinde Konz eingeführt wurde, ist Süsterhenn tatsächlich schon länger in Konz und der Region als Pfarrerin tätig. Bereits während ihres Vikariates in der Kirchengemeinde Saarburg führte sie ihr Weg immer wieder auch nach Konz, wo sie 2023 dann auch ordiniert wurde. Anschließend übernahm Süsterhenn als so genannte Vakanzvertreterin im Rahmen des zweijährigen Probedienstes die Konzer Pfarrstelle. Im vergangenen Jahr wurde Süsterhenn in die Konzer Pfarrstelle gewählt und nun eben offiziell eingeführt.

Weber gratulierte Süsterhenn auch im Namen des Kreissynodalvorstandes und betonte: „Gott ist ein Gott, der mitgeht, auch wenn es schwierig wird. Du bist nicht allein – das gilt auch Dir in diesem Amt.“ Er machte auch noch einmal deutlich, welchen Auftrag eine Pfarrerin, ein Pfarrer habe: „Wer ist eigentlich Gott, was soll ich von ihm sagen? Das muss uns beschäftigen, alles andere ist Beiwerk.“ Dies weiterzugeben, mit eigenen Worten und Bildern, das sei der Auftrag, so Weber.

Eigene Worte und Bilder, und vor allem anschauliche Beispiele aus Bibel und Weltgeschehen fand Süsterhenn in ihrer Predigt zur Jahreslosung „Siehe, ich mache alles neu“, und verdeutlichte damit auch den Widerspruch, der diesem Wort, neben aller Hoffnung und Zuversicht, innewohnt: „Siehe, ich mache alles neu – das ist manchmal auch nicht unbedingt das, was ich will – kann nicht alles so bleiben, wie es ist?“ Sie selbst sei in einer Zeit und in diesem Glauben aufgewachsen, dass alles so bleibe wie es ist, insbesondere hinsichtlich Frieden und Stabilität in der Welt. Aber eine Friedenszeit sei eben nie unendlich, so Süsterhenn, die alte Ordnung bröckelt, und man sehe auch, wie zerbrechlich, Demokratie sei, man merke eine Art Schockstarre angesichts der aktuellen Weltlage, verbunden mit der Frage: „Warum ist nicht alles so geblieben?!“

Der Motor für Veränderung
Siehe, ich mache alles neu – „das ist aber auch der Grund, morgens aufzustehen“, betonte Süsterhenn. Und schilderte Erfahrungen vom letzten Konfitag, bei dem es auch um die Frage gegangen sei, was Trost gebe, wenn alles zerbricht. Die Erzählung von Hiob, der wie ein Häufchen Elend am Boden lag und den seine Freunde zu trösten versuchen, brachte eine Konfirmandin zu der Rückmeldung: „Das tröstet mich so gar nicht, ich brauche doch eine Perspektive, dass alles neu, besser wird.“ Und während die Konfis zu dieser Frage diskutierten, tagten zufällig im Nebenraum die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorge – dieses Nebeneinander sei, so Süsterhenn, ein eindrückliches Bild dafür gewesen, dafür, „dass es eine Hoffnung gibt, die im Notfall noch keinen Platz hat, aber kommt“. Da entwickle diese Aussage dann irgendwann ihre Kraft: „Ich mache alles neu – irgendwann kommt der Tag, wo Frieden ist.“

Darüber hinaus sei aber auch das „So kann es doch nicht bleiben“ entscheidend: „Das ist der Motor, um nicht aufzugeben, der Motor für Veränderung“. Es brauche diese Visionen, dass es diesen Tag gibt, „wo alles neu wird, diesen Tag, wo Träume wahr werden.“ Auch die Jünger Jesu sehnten sich nach Jesu Tod zunächst nach früher, als in seiner Anwesenheit alles gut war, erläuterte die Pfarrerin. „Wir würden als Gemeinde gerne auch mal so stehen bleiben“. Aber: „Wir müssen uns immer wieder vom heiligen Geist wecken lassen“, so Süsterhenn, denn „Gott öffnet Türen und Fenster, und ich vertraue darauf, dass Gott auch bei uns immer wieder Türen und Fenster öffnet, und sagt: Geht raus!“

Grundessenz des Lebens
Auch mit Blick auf die Arbeit in der Kirchengemeinde betonte sie: „Zusammen können wir echt was Tolles bauen. Wir sind manchmal nur noch wenige – doch man kann im Kleinen ganz besondere Dinge bauen – wenn wir uns trauen, nicht still zu stehen, und im Kleinen Veränderungen zu tun.“ Abschließend brachte Süsterhenn es noch einmal auf den Punkt: „Siehe, ich mache alles neu – das ist die Grundessenz des Lebens. Die Veränderung war schon immer Motor des Christentums. Denn das ist ein wirkliches Versprechen, das Veränderung herbeiführt.“

Weitere Informationen: Evangelische Kirchengemeinde Konz-Karthaus


zurück zur Übersicht

  • 06.02.2026
  • EKKT Öffentlichkeitsarbeit
  • Red