Trier – Genau 13 Jahre hat er den Kirchenkreis Trier und seine Verwaltung mitgestaltet, vorangebracht und geprägt, zum 1. März 2026 ist er in den Ruhestand gegangen. Am Mittwoch, 29. April 2026, wurde Kirchenverwaltungsdirektor Heiko Nagel offiziell aus seinem Dienst als Verwaltungsleiter des Kirchenkreises Trier verabschiedet.
Und das in großer Runde: Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen, Vertreterinnen und Vertreter der Landeskirche, aus Kirchengemeinden und Nachbarkirchenkreisen, vom Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium wie auch Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter, Familie und Freunde ließen es sich nicht nehmen, Heiko Nagel noch einmal auch ganz persönlich im Rahmen eines Gottesdienstes mit anschließendem Empfang im Caspar-Olevian-Saal in Trier zu verabschieden.
„Wir haben unendlich viel Glück gehabt, dass Du diese 13 Jahre bei uns in einer Leitungsposition gearbeitet hast“, brachte es der Superintendent des Kirchenkreises, Dr. Jörg Weber, auf den Punkt. Nagel habe in dieser Zeit eine Menge bewegt, und das auf besondere Art und Weise: „Du warst im positiven Sinne hartnäckig, wenn es um die Anliegen der kirchlichen Verwaltung ging. Und gleichzeitig mit einem großen und weiten Herzen unterwegs, wenn man fünfe gerade sein lassen durfte, um Themen umzusetzen, die für die Zukunft des Kirchenkreises und der Gemeinden von Bedeutung waren“, so Weber. Für Nagel sei Verwaltung immer Teil von Kirche, Dienstleistung und Service gewesen, „und Dein Arbeiten Teil des Auftrags, den Gott der Kirche gegeben hat: Eben Teil der Kommunikation des Evangeliums, des guten Wortes vom guten Gott“, betonte der Superintendent.

Das in all diesen Jahren auch im besten Sinne „Musik drin war“, wurde bei Nagels Verabschiedung noch einmal sehr deutlich hörbar: So erklangen unter anderem Cat Stevens „Father and Son“ oder auch BAPs „Jraaduss“, an der Gitarre dargeboten von Heiko Nagel und Dr. Jörg Weber, die auch als SupKultur des Öfteren für musikalische Highlights gesorgt hatten, und gemeinsam mit Dirk Bleisinger, einem guten Freund Nagels, wurde der musikalische Bogen rund, unter anderem mit einem selbstgetexteten Verabschiedungslied.

Verwaltung auf allen Ebenen
Zu den großen Themen und Aufgaben der vergangenen 13 Jahre, die Nagel maßgeblich mitgestaltet und angeschoben hat, gehört neben vielem anderem die Umsetzung des Verwaltungsstrukturgesetzes mit der ersten gemeinsamen Verwaltung im Kirchenkreis für alle Gemeinden. Aber auch die Verwaltung des evangelischen Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, sein erster Berührungspunkt mit dem Kirchenkreis Trier, hat Nagel mit herausragendem Fachwissen kontinuierlich begleitet und nach vorne gebracht. Oder der Umbau und die Erweiterung des Heinrich-Findt-Hauses in der Engelstraße 13, ein Mammut-Projekt. Ebenso wie die zahlreichen Pilotprojekte, wie beispielsweise P5, AIDA oder DMS, bei denen der Kirchenkreis Trier zu den Erstanwendern gehörte. Im letzten Jahr bereicherte Nagel mit all seiner Erfahrung zudem erste, wegweisende Planungen in Richtung einer Verwaltung auf landeskirchlicher Ebene.
Den Nagel auf den Kopf getroffen
So dankte dann auch Landeskirchenrätin Antje Hieronimus von der Evangelischen Kirche im Rheinland für alles, was Nagel auch auf landeskirchlicher Ebene eingebracht hatte, und betonte: „Trier hat den Nagel auf den Kopf getroffen, als sie Dich für die Verwaltung in Trier gewonnen haben. Was wäre uns sonst entgangen!“

Und daran hatte auch Heiko Nagel maßgeblich Anteil, wie Assessor Thomas Luxa auch im Namen der Dietrich-Bonhoeffer-Stiftung noch einmal deutlich machte: „Du warst für den Vorstand ein zutiefst verlässlicher Partner“, betonte Luxa. Er habe nicht nur für stabile finanzielle Verhältnisse gesorgt, sondern auch seine „großen Personalführungsqualitäten waren überwältigend“, so der Assessor, der dann all das, was das Wirken Nagels ausmachte, mit seinem Dank auf den Punkt brachte: „Es war schön, es war gut, am Ende vielleicht ein bisschen zu kurz. Danke für all das, vor allem aber für Deine Haltung den Menschen gegenüber.“

Stimme des Südens
Der Simmern-Trarbacher Verwaltungsleiter Andreas Eck betonte in seinem Grußwort im Namen der anderen südrheinischen Verwaltungsleitungen: „Als Verwaltungsleiter hat man in diesen Zeiten viele unterschiedliche Rollen, man gibt alles. Man trägt Verantwortung für die Mitarbeitenden – und muss trotzdem fristgerecht arbeiten. Du hast das sehr gut hinbekommen.“ Nicht zuletzt, da „in zahlreichen Anwendungen Dein Haus den Piloten stellte.“ Nagel sei, so Eck, immer als „Stimme des Südens gefragt“ gewesen – auch aufgrund seiner Fachkompetenz, seines Engagements und durch seine ruhige, überlegte Art.

Vertrauen auf- und ausgebaut
Michael Thomas, langjähriger Stellvertreter Nagels, warf noch einmal einen kurzen Blick auf die Anfänge vor 13 Jahren: „Die Ankündigung, dass Du die Verwaltungsleitung übernimmst, wurde im Haus gefeiert – Du warst halt bekannt und das im sehr positiven Sinne.“ Und dass diese Vorfreude berechtigt war, konnte Thomas auch rückblickend nur noch einmal bestätigen: „Heiko Nagel war genau der Richtige für diesen Posten.“ Denn Nagel war vom Fach, und doch von außen, ein „Kinde der Kirche“, wie Nagel selbst sich gerne vorstellte – er „kannte Kirche und war bestens vernetzt. So schaffte er es in rasender Geschwindigkeit, das Haus innerhalb der EKiR besser zu vernetzen. Irgendjemand kannte er immer – und den Blick für unsere Gremien hatte er auch.“

Nagel habe mal zu ihm gesagt, so Thomas, „Ich hatte einfach voll Bock auf diese Stelle“ – und dieses „Voll Bock“ habe man ihm auch immer angemerkt. „Federführend hast Du dafür gesorgt, dass das Vertrauen in das gemeinsame Verwaltungsamt aufgebaut und ausgebaut wurde“, erinnerte Thomas. Ein Vertrauen der Kirchengemeinden in die Verwaltung, dass es nicht geben würde, betonte Thomas, „wenn unser Haus nicht so ein Vertrauen in sich hätte – und das darfst Du Dir zuschreiben.“ Auch über den Ruhestand hinaus bleibt Heiko Nagel dem Kirchenkreis verbunden: „Zugriff auf Dein Wissen bleibt uns noch etwas, gerne etwas länger, erhalten.“ Denn die Tätigkeit für die Dietrich-Bonhoeffer-Stiftung, die ihn zu Beginn in den Kirchenkreis geführt hatte, behält er auch nun noch bei.
Ein Chef – nicht nur hinter dem Schreibtisch
Rita Thomas, Ulrike Welter und Nicole Kesselheim aus dem Verwaltungsamt und für die MAV machten den Bogen der Abschiedsworte rund – und bedankten sich auf ganz besondere Weise:
„Sie waren ein Chef, der nicht nur hinter dem Schreibtisch zu finden war.“ Als Abschiedsgeschenk überreichten die Kolleginnen ein Puzzle – aus gutem Grund: „Weil Du immer vieles zusammengetragen hast – und es am Ende ein stimmiges Gesamtbild gegeben hat.“

Im Anschluss fand eine absolute Premiere statt – der Mitarbeitenden-Chor, bestehend aus allen Mitarbeitenden des VWA, der sich nur und besonders für diesen Anlass gebildet hatte, sang aus vollem Hals: „Danke, dass Du an meinen Schreibtisch kamst an jedem Tag!“

Grundvertrauen in Unbekanntes und ein starkes Familienteam
Es sei damals vor 13 Jahren ein „mir geschenktes Grundvertrauen in Unbekanntes“ gewesen, der Neugier auf die in Trier zu besetzende Stelle nachzugehen, erklärte Nagel selbst, und betonte: „Heute kann ich sagen, es war gut, diesen Schritt zu gehen.“
Von Anfang an habe er sich willkommen und gut aufgehoben gefühlt, Gestaltungsfreiheit, Hilfsbereitschaft und Vertrauen seien ihm entgegengebracht worden. Dennoch sei ihm schnell klar geworden, dass die Verwaltungsleitung eines Kirchenkreises ein „ziemlich anspruchsvolles Geschäft“ ist. Im Nachhinein frage er sich manchmal, wie das alles nur zu schaffen gewesen sei – und gab selbst die eindeutige Antwort: „So ein Job funktioniert nur, wenn man als Teamplayer unterwegs ist, nicht versucht, alles selbst zu regeln, eingebunden ist in eine kollegiale Gemeinschaft, die hilft, unterstützt, mitträgt, berät, Kraft gibt, kritisch hinterfragt, einem abnimmt und einem wohlgesonnen ist.“ Genau das sei hier in Trier der Fall gewesen, betonte Nagel. „Einem Verwaltungsleiter allein kann nicht viel gelingen. Aber in einem funktionierenden Team geht sehr viel.“
Dementsprechend dankte Nagel für eine sehr gut funktionierende Dienstgemeinschaft nicht nur Superintendent, Assessor und Skriba, den Abteilungsleitenden, sowie den Kolleginnen und Kollegen des Verwaltungsamtes, sein Dank galt ebenso dem Kreissynodalvorstand, den Presbyterien, den Ausschüssen, den kreiskirchlichen Referaten und Diensten, dem Vorstand und Kuratorium der Dietrich-Bonhoeffer-Stiftung, der Schulleitung des DBG, den Verwaltungsleitenden der Süd-Rhein-Runden, dem Landeskirchenamt, insbesondere dem Rechtsdezernat sowie dem Dezernat Bauen und Liegenschaften.

Naturgemäß lägen Interessen und Notwendigkeiten in manchen Themenbereichen weit auseinander. Dennoch sei es gelungen, so Nagel, durch den beschriebenen Umgang und die beschriebene Weise in den allermeisten Fällen gute Lösungen zu finden. Der Auftrag der Kirche sei kein Selbstzweck, so auch Nagel, sondern vielmehr „Dienst an Menschen, mit dem Auftrag, Hoffnung und Orientierung zu geben und Gemeinschaften zu bilden.“
„Kirche lebt von den Menschen, die sie gestalten.“ Und „wir als Verwaltung sind ein Teil dieser zu gestaltenden Kirche, in dienender Funktion.“ Dies sei ihm immer wichtig gewesen.
Sein besonderer Dank galt nicht zuletzt seiner Familie, insbesondere seiner Frau: „Du hast es mir überhaupt möglich gemacht und darin bestärkt, hierher nach Trier zu gehen, hast viele notwendige familiäre Dinge geregelt, und das trotz deiner eigenen beruflichen Verpflichtungen. Das war von unschätzbarem Wert für mich und meine Arbeit hier.“
Abschließend wurde es noch einmal richtig laut und lebhaft: Denn Heiko Nagel ließ es sich nicht nehmen, auch gemeinsam mit allen Gästen zu singen: „Ciao, es war schön, euch hier zu sehen. Doch einmal kommt die Zeit zum Auseinandergehen!“


Zur Person: Kirchenverwaltungsdirektor a. D. Heiko Nagel
Heiko Nagel, Jahrgang 1965, begann seinen beruflichen Werdegang, nach der Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten sowie im mittleren wie auch gehobenen kirchlichen Verwaltungsdienst, zunächst bei der Verbandsgemeindeverwaltung Bad Sobernheim, anschließend beim Staatsbauamt Bad Kreuznach (Landesbehörde Rheinland-Pfalz). 1990 wechselte er an das Evangelische Paul-Schneider-Gymnasium der Evangelischen Kirche im Rheinland in Meisenheim, welches er ab 1994 als Verwaltungsleiter begleitete.
2013 folgte die Ernennung zum Kirchen-Verwaltungsrat beim Evangelischen Kirchenkreis Trier, verbunden mit der Übernahme der Verwaltungsleitung des Trierer Kirchenkreises. 2014 wurde Heiko Nagel zum Kirchen-Oberverwaltungsrat, 2019 zum Kirchenverwaltungsdirektor ernannt.
